ANNA PLOCHL

Die Anna und der Johann.

Das war schon eine ganz besondere Liebesgeschichte. Begonnen hat sie anno dazumal in Grundlsee beim Tanzabend. Da hat sich der Johann in die fesche Postmeistertocher aus Aussee verliebt. Sie war erst 15 Jahre alt und eine Bürgerliche. Er war 22 Jahre älter und der Erzherzog von Österreich.

Es sollten noch mehrere Jahr vergehen, bis Erzherzog Johann von seinem Bruder Kaiser Franz die Erlaubnis bekam „seine Nanni“ zu ehelichen. Dafür musste er auf die Thronfolge verzichten und seine Erben durften keinen Adelstitel tragen. Weitere Jahre vergingen, bis die Beiden ihren Sohn Franz bekamen und letztendlich Anna der niedrige Adelstitel „Freifrau von Brandhofen“ verliehen wurde.

Nach intensiven Bemühungen von Erzherzog Johann bei Hofe wurde sein Sohn zum „Graf von Meran“ ernannt und auch Anna Gräfin von Meran – und damit Ahnherrin von rund 1.200 Nachkommen in 8 Generationen.

Die Anna war eine sehr starke & tüchtige Frau.

Nachdem Anna und Johann jahrelang ihre Liebe zueinander nicht öffentlich zeigen durften, fand Johann eine unkonventionelle Lösung und holte seine Anna kurzer Hand als Hausfrau zu sich nach Vordernberg. Johann war viel auf geschäftlichen Reisen und so versorgte ab 1824 Anna als Wirtschafterin – sehr erfolgreich – auch den Brandhof.

Der Brandhof war ein Musterhof, der nach den Wünschen von Johann ausgebaut wurde und wo er zeigen wollte, was man mit Fleiß und Überzeugung alles erreichen kann.

Letztendlich war es dann Anna, die den Hof für Johann wirtschaftlich erfolgreich führte.